Das Wappen von Reutte

Das Wappen des Marktes Reutte am Lech besteht aus drei in rotem und weißem Feld stehenden Tannen und soll auf folgende Weise entstanden sein:
Da, wo jetzt der schöne Markt, umgeben von den alpenreichen Bergen, liegt, war in grauer Urzeit nichts als eine waldige Gegend, in welcher wilde Menschen unter den wilden Tieren lebten.
Es kam aber ein gottgesandter Mann in die Wildnis, der bekehrte die Bewohner zum Christentume und lehrte sie Sitte, und bald darauf fingen sie an, den Boden auszureuten (roden, reinigen), bauten sich bequeme Hütten und nannten den Ort Reutte, weil er ausgereutet worden war.

Zur Erinnerung ließen sie aber drei Tannen vom Urwald stehen, die sie hoch ehrten und unter denen sie Rat und Recht hielten.
Als endlich die drei Tannen vor Alter zugrunde gingen, pflanzte man wieder drei junge nach, und so blieb es von Jahrhundert zu Jahrhundert. Als die Ortschaft, größer geworden, auch eines Wappenschildes bedurfte, ließ sie die drei Tannen aufnehmen, welche noch heute im Siegel stehen.


Der Hexenplatz am Säuling

Über dem Talbecken von Reutte erhebt sich der Säuling, auf dessen Spitze die Hexen der ganzen Umgebung sich ein Stelldichein geben, um auf ihrem Tanzboden mit dem Satan Gelage zu feiern.

Als zu Pfingsten 1886 der auch im Außerfern sehr beliebte und verehrte Bayernkönig Ludwig II. im Starnberger See seinen Tod fand, hissten die Bürger von Reutte zum Zeichen der Trauer auf der Gipfelstange des Säulings eine schwarze Fahne.
Als man nach einiger Zeit die Fahne wieder einziehen wollte, fand man merkwürdigerweise das Tuch derart kompliziert verknüpft vor, dass es niemandem gelang, die Knoten aufzulösen.
Nach Meinung des Volkes hatten die Hexen während eines Gelages die Knoten ins Tuch geschlungen.


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